Ines Geipel Webseite

Biografie

Die Wörter wollen aufsetzen wie Dragon-Kapseln, nach festem Boden greifen. Ich denke an den Schlick der Geschichte und an das, was wir Fortschritt nennen, an seine Glückseligkeit, an sein Verhängnis, an seinen Preis. An das, was wir nicht mehr loswerden, was in unseren Erfahrungen, in unseren Leben, in unserer Geschichte hockt.

Ines Geipel

Ines Geipel (geboren 1960) wuchs auf dem Dresdner Weißen Hirsch auf. Mit 14 musste sie ins Schulinternat Wickersdorf im Thüringer Wald. Mit 17 ging sie zum Sportclub Motor nach Jena, als Weitspringerin und Sprinterin. Ab 1980 war sie Mitglied der Nationalmannschaft und lief etliche Jahresweltbestleistungen in der Staffel. Im Zusammenhang mit einem geplanten Fluchtversuch 1985 fiel sie politisch in Ungnade, musste den Sport beenden, studierte in Jena Germanistik, floh 1989 in die Bundesrepublik und studierte in Darmstadt noch einmal Philosophie und Soziologie. 1996 erschien ihr erstes Buch. Seit 2001 ist sie Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Sie lebt in Berlin und Zürich.

Das zentrale Thema ihres literarischen Werks ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. In diesem Kontext stehen ihre Romane „Das Heft“ (1999), „Heimspiel“ (2005), „Tochter des Diktators“ (2017), ihre Personal Essays „Generation Mauer. Ein Porträt“ (2015), „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ (2019), „Schöner Neuer Himmel. Aus dem Militärlabor des Ostens“ (2022) oder auch ihre literarischen Reportagen „Verlorene Spiele. Journal eines Dopingprozesses“ (2001), „Für heute reicht’s. Amok in Erfurt“ (2004) und „Seelenriss“ (2010), die immer wieder öffentliche Debatten anregen konnten.

Seit 2005 gab sie zusammen mit Joachim Walther die „Verschwiegene Bibliothek“ heraus, eine auf zehn Bände angelegte Edition von AutorInnen und Texten, die in der DDR nicht erscheinen durften. Als Herausgeberin sorgte Ines Geipel insbesondere für die Wiederentdeckung von vergessenen ostdeutschen Dichterinnen. 2015 erschien der Analyseband zur unveröffentlichten Literatur in der DDR „Gesperrte Ablage. Unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland 1945 – 1989“.

2011 erhielt Ines Geipel das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis und 2023 den Erich-Loest-Preis.

Laudatio zum Erich-Loest-Preis von Durs Grünbein, Dichter und Büchner-Preisträger, 2023

Dank Ines Geipel

Laudatio zum Marieluise-Fleißer-Preis von Hauke Hückstädt, Dichter und Leiter des Literaturhauses Frankfurt/Main, 2021

Dank Ines Geipel

Laudatio zum Lessingpreis für Kritik von Insa Wilke, Literaturkritikerin, 2020

Dank Ines Geipel

Ines Geipel

Ines Geipel, born in Dresden in 1960, is a writer and Professor of Verse arts at Ernst Busch Academy of Dramatic Arts in Berlin. After studying German in Jena, she fled to West Germany in 1989 and studied philosophy and sociology in Darmstadt. Her first book came out in 1996.

The central theme of her literary work is the German history of violence, both National Socialism and the GDR dictatorship.

Her novels Das Heft (The Notebook, 1999), Heimspiel (Home Game, 2005), Tochter des Diktators (Daughter of the Dictator, 2017), her personal essays Generation Mauer. Ein Porträt (Generation Wall. A Portrait, 2015), Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass (Contested Zone. My Brother, the East and Hate, 2019), Schöner Neuer Himmel. Aus dem Militärlabor des Ostens (Brave New Heaven. From the Military Laboratory of the East, 2022) or their literary reports Verlorene Spiele. Journal eines Dopingprozesses (Lost Games. Journal of a doping trial, 2001), Für heute reicht’s. Amok in Erfurt (That’s enough for today. Amok in Erfurt, 2004) and Seelenriss (Teared Soul, 2010), which have often stimulated public debate. Since 2005, she has published the Verschwiegene Bibliothek (Secretive Library), a ten-volume edition of authors and texts that were not allowed to be published in the GDR together with Joachim Walther.

Geipel has received several awards for her works, but also for her social commitment, such as the Bundesverdienstkreuz am Bande (German Federal Cross of Merit on Ribbon) in 2011, the Lessing Prize for Criticism in 2020 and the Marieluise Fleißer Prize in 2021.

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